Letzte Aktualisierung am 10/12/2009 19h25 GMT | VON  LA GAZETTE DE BERLIN                                                               Share/Bookmark
Radio France Internationale (RFI) auf Deutsch ist bedroht

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 Aus für deutsches Radioprogramm bei RFI in wenigen Tagen

Mit der Begründung einer unzureichenden Hörerschaft hat Radio France Internationale angekündigt, sein Programm auf deutsch, polnisch, albanisch, serbokroatisch, türkisch und laotisch ab 2009 einzustellen.

Es soll sich auf andere Sprachen wie Französisch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, das Haussa und Suaheli stärker konzentriert werden.

Die Sendungen auf russisch, chinesisch, persisch und vietnamesisch werden in Zukunft verkürzt und nur noch über das Internet zu empfangen sein. Dass Radio France sich gerade in diesen Ländern, in denen die Informationen im Web von den Regierungen gefiltert werden, auf das Internet konzentriert, scheint zynisch.

Seit 1945 sitzt RFIs deutsche Redaktion in Paris und sendet wochentags zwei und am Wochenende eine Stunde deutsches Programm. Verwunderlich scheint, dass Radio France Internationale ausgerechnet während der französischen Ratspräsidentschaft diese Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich einstellen will. Die deutsche Redaktion gehört zu dem von der EU subventionierten Radio-Netz „Euranet“ und leistet damit einen maßgeblichen Beitrag zum deutsch-französischen Dialog. Außerdem besitzt Deutschland als einziger europäischer Staat einen RFI-Hörerclub mit mehr als 1000 Mitgliedern. Französischsprachige Fernsehsendungen erreichen ein vergleichsweise nur kleines deutsches Publikum; gerade durch die rückläufige Frankophonie bekommt die deutsche Redaktion eines französischen Radiosenders besondere Bedeutung für die Erhaltung der bilateralen Beziehungen.

Einige verantwortliche Politiker und Hörer mobilisieren sich jedoch: Angelika Schwall-Düren, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, hat in einem Brief an die Verantwortlichen von RFI ihr Bedauern über die Schließung der deutschen Redaktion ausgedrückt, genauso wie der Bevollmächtigte für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit und Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, der eine Fortführung unterstützt. Andreas Schockenhoff, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Präsident der deutsch-französischen Parlamentariergruppe wollte sich gegenüber der Gazette nicht zur Entscheidung von RFI äußern.

Die juristische Verantwortliche der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Frau Zarnt, die die Neuigkeit von der Schließung der deutschen Redaktion RFIs durch die Gazette erfahren hat, bestätigt, dass nach der Lizenz von RFI, die Programmausstrahlung auf Deutsch eine der Bedingungen des Senderechts ist.

Der Großteil der Auslandsredaktionen wird - bis auf die RFI-Redaktion in Rumänien – geschlossen. Diese wird „im Namen der Frankophonie“ erhalten, ein Argument, das auch für Deutschland gelten sollte! Eine definitive Entscheidung zu dem Thema fällt im Dezember.

Wenn die Leitung ihr Vorhaben aufrecht erhält, werden 2009 fünfzig Mitarbeiter entlassen. In der deutschen Redaktion droht fünf Mitarbeitern sowie zehn freien Journalisten die Entlassung. Mehr als 1000 Hörer haben bereits Briefe an die deutsche Redaktion gesandt; Sie können RFI (FM 106) mit E-Mails an deutsch.redaktion@rfi.fr unterstützen.

Florence Renault und Amrei Beck

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