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Intendant Alain de Pouzilhac sieht den französischen
Auslandsrundfunk anderthalb Jahre nach der von Präsident Nicolas
Sarkozy angeschobenen Reform "auf gutem Wege". Es sei ein langer und
schwieriger Prozess gewesen, der jetzt abgeschlossen werden könne,
sagte de Pouzilhac auf der Fernsehprogramm-Messe Mipcom am 6.
Oktober in Cannes. Alle vier zur Holding Audiovisuel Extérieur de la
France (AEF) gehörenden Sender seien jetzt wettbewerbsfähiger als
vor der Reform.
Im April 2008 waren der Fernsehkanal France 24, der
Auslandshörfunk Radio France Internationale (RFI) und der
arabischsprachige Radiosender Monte Carlo Doualiya (MCD) unter dem
Dach der neuen Holding AEF als Tochtergesellschaften vereint worden.
Außerdem wurden der neuen Holding 49 Prozent der Aktien des
internationalen frankophonen Fernsehsenders TV 5 Monde als Partner
zugeordnet. An ihm sind neben AEF noch weitere öffentlich-rechtliche
Aktionäre aus der Schweiz, Belgien und Kanada beteiligt.
Es sei bereits besser gelungen, die Synergien zwischen den zuvor
getrennt operierenden Auslandssendern zu nutzen, erklärte der
AEF-Intendant. Dadurch habe man erreicht, die einzelnen Sender
effektiver zu gestalten und mehr Chancen gemeinsam wahrzunehmen.
Christine Ockrent, Geschäftsführerin von France 24 und RFI sowie
Lebenspartnerin von Außenminister Bernard Kouchner, erklärte, dass
man mit auf neuen Technologien beruhenden Inhalten attraktiver für
ein weltweites Publikum werden wolle. Bis Ende 2010 wolle man
überall weltweit präsent sein und die noch existierenden Lücken -
besonders in Asien, Nord- und Südamerika - schließen. Bis Ende 2010
will France 24 sein arabischsprachiges Programm von gegenwärtig zehn
auf 24 Stunden ausdehnen und so mit den französisch- und
englischsprachigen Programmen gleichziehen.
Gericht stoppt Sozialplan bei RFI
Der arabischsprachige Hörfunksender MCD soll den Plänen zufolge
seine Präsenz von Nordafrika aus auf den Mittleren und Nahen Osten
ausdehnen. Innerhalb von AEF habe man bereits einen gemeinsamen
arabischsprachigen Pool aus Mitarbeitern von France 24 und MCD
gebildet. Das Internet gewinne immer mehr an Bedeutung für AEF und
solle künftig fünf bis sechs Prozent des Umsatzes bringen.
Die stellvertretende RFI-Geschäftsführerin Geneviève Goetzinger
erklärte, bis Jahresende die noch nicht gelösten Probleme beim
Sender lösen zu wollen. So sieht ein Sozialplan die Einsparung von
206 Arbeitsplätzen und die Schließung von sechs Sprachdiensten,
darunter auch des deutschsprachigen, vor (epd 6/09). Der Plan wurde
aber durch eine Gerichtsentscheidung am 28. September vorerst
gestoppt, mit der Maßgabe der Überarbeitung durch die
Geschäftsführung. Die RFI-Mitarbeiter wehren sich seit Mai 2009 auch
durch Streik gegen die Umsetzung des Sozialplans.
Ende 2008 waren 1.146 der 1.816 AEF-Mitarbeiter bei RFI
beschäftigt. Auf die beiden defizitären Radiosender RFI und MCD
entfallen in diesem Jahr 132 Millionen Euro bei einem AEF-Budget aus
öffentlichen Mitteln in Höhe von 300 Millionen Euro. France 24 hat
330 Mitarbeiter bei einem Budgetanteil von 91,7 Millionen Euro. Auf
TV 5 Monde kommen 70,6 Millionen Euro bei 328 AEF-Mitarbeitern.
Ihre finanzielle Situation will die französische
Auslandsrundfunkholding auch durch die Erhöhung der Werbeeinnahmen
verbessern. Diese sollen von gegenwärtig 5,5 Millionen Euro auf zehn
Millionen im Jahr 2010 und 20 Millionen Euro im Jahr 2012 steigen.
Dazu soll eine gemeinsame Werbetochter für France 24 und RFI
geschaffen werden.
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